Neue Wendung im Fall „Rose“
Oberflockenbach, 01.06.2017
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01.06.2017 06:00
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Leserbrief
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Oberflockenbach. Eigentlich war Angelika Schmitt, die Betreiberin des Gasthauses „Zur Rose“, davon ausgegangen, dass ihr Reservierungsbuch nie wieder auftaucht. Aber ein kleines bisschen Hoffnung blieb und vielleicht wird diese Hoffnung jetzt erfüllt. 

Rückblick: Mitte Mai hatten mutmaßliche Einbrecher das Traditionsgasthaus und Hotel in Oberflockenbach heimgesucht. Davon hatten die Betreiber aber erst mal gar nichts bemerkt, sondern sich nur über das Fehlen von Reservierungs- und Gästebuch gewundert. Dann fiel im Laufe des Tages das Fehlen eines Geldbeutels mit Wechselgeld auf. Später bemerkten die Besitzer, dass ein Schrank aufgebrochen war und schließlich fehlten noch eine Torte und eine Flasche Jim Beam.  Die Familie hatte sich damals an die Redaktion gewandt, weil sie hoffte, dass der „Einbrecher“ das Reservierungsbuch irgendwo weggeworfen haben und ein ehrlicher Finder das gute Stück zurückbringen könnte. Geld und Naturalien waren verschmerzbar, aber das Fehlen des Buches bereitet Angelika Schmitt noch immer schlaflose Nächte. 

Dann bekam die Geschichte eine verrückte Wendung. In der Nacht des mutmaßlichen Einbruchs hatte sich nämlich auch ein Gast aus dem Staub gemacht, der eine Woche lang Quartier in der „Rose“ bezogen, sich von der Wirtin sogar noch 50 Euro geliehen und weder das Geld zurückgegeben, noch seine Rechnung bezahlt hatte. 

Der Verdacht lag also nahe, dass es sich gar nicht um einen Einbrecher, sondern um einen diebischen Zechpreller gehandelt hatte, der durch die Mitnahme des Reservierungsbuches seine Spuren verwischen wollte. 

Normalerweise wäre ihm das gelungen. Sämtliche Informationen über ihre Gäste notierte Familie Schmitt nämlich tatsächlich im Reservierungsbuch. Zufälligerweise war aber Frau Schmitt noch im Besitz eine Zettelchens mit der Handynummer des verschwundenen Gastes. Die Nummer gab sie der Polizei und die ermittelte kräftig. 

Jetzt gab es eine Festnahme. Das hat die Polizei Weinheim gestern Familie Schmitt telefonisch mitgeteilt. „In der Pfalz wurde ein Mann festgenommen“, erzählt Schmitt am Donnerstagmorgen am Telefon.  Bei ihm habe die Polizei mehrere Hotelschlüssel entdeckt und zwei Gästebücher. Ob es sich dabei wirklich um die Bücher der „Rose“ handelt, das weiß Frau Schmitt leider noch nicht. „Ich wäre so froh, wenn das unsere wären. Ich brauche sie wirklich dringend“, hofft sie. Ständig hat sie Angst, dass irgendeine größere Gesellschaft vor der Tür steht und sie und ihr Team einfach nicht vorbereitet sind.

Die Polizei hält sich in der ganzen Geschichte bedeckt. Die Festnahme eines Mannes in der Pfalz hat die Pressestelle bestätigt, zu allen anderen Informationen schweigt sie sich bisher  aus und verweist auf die laufenden Ermittlungen. Auch ob es sich wirklich um die schmerzlich vermissten Bücher handelt, konnte der Pressesprecher am Donnerstagmorgen nicht bestätigen. 


Wir werden es erfahren. Eins ist aber schon jetzt sicher: Das passiert der Familie Schmitt nicht noch einmal. Inzwischen werden die Reservierungen nämlich nicht nur ins Buch eingetragen, sondern auch in den Computer. „Und sollte den jemand stehlen, ist das auch nicht schlimm. Wir speichern alle Daten in der Cloud.“ Und trotzdem. Das neue Reservierungsbuch lässt Angelika Schmitt nicht mehr aus den Augen und nachts liegt es neben ihrem Bett.       shy

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01.06.2017 06:00
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