Liebeserklärung an Adler
Mannheim, 06.09.2017
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06.09.2017 05:05
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Mannheim. Das Mannheimer Eishockey geht in seine 80. Saison. Was wäre für die Fans der Blau-Weiß-Roten passender für ein solches Jubiläum, als in einem Buch nachlesen zu können, weshalb die Kufencracks der Kurpfalz-Metropole – erst als MERC, dann als Adler Mannheim – eine so magische Anziehungskraft besitzen. Der Autor Christian Rotter (Bild), ein gebürtiger Nieder-Liebersbacher, liefert mit „111 Gründe, die Adler Mannheim zu lieben – Eine Liebeserklärung an den großartigsten Eishockeyclub der Welt“ quasi die hochoffizielle Legitimation dafür, sich den Adlern mit Leib und Seele zu verschreiben.

Über die Anfänge des Mannheimer Eis- und Rollsport Clubs erfährt der Leser ebenso Erhellendes wie über die zahlreichen Höhepunkte, die der legendäre Friedrichspark erlebt hat, und welche Rolle Kunststoffblöcke aus der Fabrikation eines Ludwigshafener Weltkonzerns an der einzigartigen Atmosphäre der Spielstätte gespielt haben.

Natürlich darf Werner „Patschek“ Lorenz genauso wenig fehlen wie Ronny Arendt „Hooligan“ oder die Club-Retter Dietmar und Daniel Hopp. Die geniale Idee von Lance Nethery und Marcus Kuhl, nach dem „Bosman-Urteil“ neue Wege zu gehen, und so die Liga mit der magischen Mannschaft der späten 1990er-Jahre zu überraschen, wird ebenso beleuchtet, wie persönliche Schicksale: So schildert Stürmer Rob Cimetta seine dramatische Flucht aus dem Südturm des World Trade Centers am 11. September 2001. Bei den Erinnerungen an den viel zu früh gestorbenen Torhüter Robert Müller trifft der Autor genau den richtigen Ton.

Selbst eingefleischte Fans der Adler werden sich bei der einen oder anderen Geschichte verwundert die Augen reiben und gestehen, dass sie diese Anekdote noch nicht kannten. Sie werden selbst Erlebtes in neuem Licht bewerten, oder sich einfach mit einem Schmunzeln zurückerinnern, als Bill Stewart 2001 in München eine Ohnmacht vortäuschte, damit die Schlittschuhe von Star-Stürmer Jan Alston geschliffen werden konnten.

Die Treuesten der Treuen kommen bei Christian Rotter gleich in mehreren Episoden vor, die Fans des „MERC“ sind aus ganz besonderem Holz geschnitzt und haben einiges zu berichten. In sein Projekt hat der Autor jede Menge Herzblut und Schweiß investiert, um etwa verschollene Spieler aufzuspüren. Geduld und Hartnäckigkeit waren gefragt, dazu ungezählte Stunden am Telefon, um mit Haudegen, den „Unsung Heros“ und einem Schiedsrichter zu sprechen.

Auf Fotos verzichtet das 416 Seiten starke Buch zwar gänzlich, doch dafür lässt Christian Rotter beim Leser jede Menge Bilder im Kopf entstehen und macht Lust darauf, in der Jubiläumssaison der Blau-Weiß-Roten weitere Gründe zu finden, die Adler zu lieben. jako

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